Eigentlich hatte die Urknalltheorie
bisher nur einen ernst zu nehmenden Rivalen: Die von Th. Gold, H. Bondi
und F. Hoyle entwickelte „Steady-State-Theorie“ [13], S. 329 ff. Sie basiert
auf dem „vollkommenen kosmologischen Prinzip“, welches nicht nur räumliche,
sondern auch zeitliche Isotropie aufweist, ähnlich wie ein strömender
Fluss, der immer denselben Anblick bietet. Im Steady-State-Universum geschieht
die Schöpfung nach ewig bestehenden Gesetzen und zu allen Zeiten:
Es hat keinen zeitlichen Anfang wie die Urknalltheorie, an jedem Punkt
des Raumes wird fortwährend Materie erzeugt und seine Expansionsgeschwindigkeit
erscheint dem Betrachter immer gleich groß [17], S. 331. Auch
heute noch strahlt das Steady-State-Universum eine bewundernswerte Harmonie
und Vollkommenheit aus [17], S. 333: „Die Vertreter der Steady-State-Theorie
haben uns ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen, das zu einigen der
tiefsten Probleme führt, die moderne Kosmologen erwägen; diese
Probleme wiederum sind außerordentlich wichtig für das, was
wir von Naturgesetzen erwarten, die das Weltall betreffen.“ Als man
1965 die kosmische Hintergrundstrahlung entdeckte, musste die Steady-State-Theorie
- jedenfalls aus damaliger Sicht - aufgegeben werden. Im Jahre 1967 schrieb
D. Sciama
[13], S. 501: „Ich muss hinzufügen,
dass für mich der Verlust der Steady-State-Theorie Anlass zu großer
Trauer war. Die Steady-State-Theorie hatte einen Schwung und eine Schönheit,
die der Architekt des Universums aus einem unerklärlichen Grund übersehen
zu haben scheint. Das Universum ist tatsächlich ein Flickwerk, aber
ich glaube, wir müssen das Beste daraus machen.“
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