6.2
Kontinuierliche Entstehung von Materie
Um deutlich zu machen worum
es hier geht, wird ein Auszug aus dem Artikel „Der kontinuierliche Kosmos“
von Halton Arp zitiert [4], S. 120:
„Zunächst sind da
die vielen „jungen“ Galaxien, die wir in unserer Umgebung sehen. Nach der
Theorie des Urknalls sind alle Galaxien alt, und sie wurden vermutlich
zur selben Zeit erschaffen, nämlich vor etwa 15 Milliarden Jahren.
Doch seit dem Beginn der Erforschung von Galaxien haben wir viele gefunden,
die voller junger Sterne stecken. Einige Galaxien werden von viel jüngeren
Sternen beherrscht, deren Alter bis hinab auf wenige Millionen Jahre gehen
kann. Der herkömmlichen Theorie bleibt nur zu postulieren, die jüngeren
Sterne seien erst kürzlich aus gasförmigem Wasserstoff entstanden,
der in den alten Galaxien bis dahin ein stilles Leben geführt hat.
Beobachtungen mit modernen Radioteleskopen können jedoch Wasserstoffmengen
von Galaxiegröße bis zu großen Entfernungen aufspüren.
Aber Objekte, die hauptsächlich aus unkondensiertem Wasserstoff bestehen,
werden einfach nicht gefunden. Und die Wahrscheinlichkeit nimmt immer mehr
ab, dass wir uns gerade an dem Zeitpunkt des Universums befinden, da alle
die latenten Wasserstoffreserven für Galaxien aufgebraucht sind. Daher
gibt es die neugeschaffenen „jungen“ Galaxien tatsächlich, und die
gegenläufige Prämisse des Urknalls ist durch Beobachtungen widerlegt.“
Erfreulicherweise stehen diese Beobachtungen
mit der KZH im Einklang (M ~ t 2/3).
Neuere Forschungsergebnisse untermauern
die Aussage von Halton Arp.
B.P. Wakker von der Universität
Wisconsin-Madison (USA) hat mit seinem Team eine Gaswolke untersucht [35],
S. 6:
„ ... die 10 000 bis 40 000 Lichtjahre
über der Milchstraßenebene liegt. Befänden sich nur Gaswolken
aus der „Galaktischen Fontäne“ im Halo, müsste der Anteil schwerer
Elemente in jungen Sternen größer als bei alten sein. Das trifft
jedoch nicht zu. Stattdessen füllt ein Gasregen den Wasserstoffvorrat
unserer Milchstraße nach, der nach den Ergebnissen von Wakker „niemals
zuvor in der Milchstraße gewesen ist ...“ Die Materie scheint
vielmehr von Außerhalb zu kommen. Die Frage nach ihrer Herkunft bleibt
allerdings nach wie vor unbeantwortet.“
Die das
flache Universum stabilisierende kontinuierliche Neubildung von Materie
ist auch aus rein theoretischen Gründen der spontanen Materieentstehung
kurz nach dem Urknall vorzuziehen. Das Urknall-Universum hätte nämlich,
wenn man die Zeit zurückverfolgt, irgendwann in seinem eigenen Schwarzschildradius
gefangen sein müssen, aus dem kein Entrinnen möglich gewesen
wäre [3]. Das von uns beobachtete Universum dürfte also, wenn
die Urknalltheorie in der heutigen Form richtig wäre, überhaupt
nicht existieren.
Gestützt wird die These
von der fortgesetzten Erschaffung (continuous creation) von Materie auch
durch die in den letzten Jahren beobachteten, außerordentlich leuchtschwachen,
zahlreichen Galaxien mit z. T. gigantischen Ausmaßen.
[36], S. 62:„Während der
letzten zehn Jahre haben Astronomen mehr als tausend diffuse Sternsysteme
entdeckt, die kaum heller erscheinen als der Hintergrund des Nachthimmels.
Diese schummrigen Objekte, die einem zuvor unbekannten Galaxientyp angehören,
liefern neue Erkenntnisse darüber, wie Masse im Universum verteilt
ist und wie Galaxien sich entwickeln.“
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