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Einerseits sollte sich jede ernst zu nehmende Theorie vom Universum auf möglichst wenige plausible Axiome stützen, andererseits muß sie oft in essentiellen Punkten spekulativ bleiben, wenn sie zu neuen Erkenntnissen führen soll.
Außer den rein logisch wissenschaftlichen Kriterien gibt es interessanterweise auch noch andere, an denen wir die Brauchbarkeit einer neuen Theorie beurteilen können. Eines davon ist das Kriterium der Ästhetik. Der Superstring-Theoretiker Schwarz sagt dazu [3], S.221: „Historisch gesehen hat das Kriterium der Schönheit der theoretischen Physik gute Dienste geleistet, wenn man auf einer fundamentalen Ebene forschte.  ......  wenn man die Struktur der fundamentalen Physik auf ihrer tiefsten Ebene betrachtet, ist ein Modell umso erfolgreicher, je eleganter und einfacher es ist – aus Gründen, die niemand versteht. Die ganze Geschichte der Physik der letzten zwei bis drei Jahrhunderte bis hin zu Newton liefert dafür den klaren Beweis.“
Die Geschichte der Physik lehrt uns außerdem: Man braucht zunächst eine Vision von den in der Natur realisierten Prinzipien, bevor man mit Hilfe der mathematischen Sprache eine Theorie formulieren kann, welche die Naturvorgänge zutreffend beschreibt. Einstein ist diesen Weg gegangen als er die Relativitätstheorie entwickelte und viele andere vor und nach ihm.
Heute ist die Vorgehensweise in der theoretischen Physik eher umgekehrt. Es werden immer abstraktere mathematische Formalismen entwickelt in der Hoffnung, dass sie neue Einsichten in die Naturgeheimnisse gewähren. Wenn aber begleitend dazu ein visionäres Bild vom grundlegenden physikalischen Prinzip fehlt, sind die Erfolgsaussichten bei dieser Strategie gering.
 Natürlich müssen wir abstrakte Mathematik benutzen, um Naturgesetze eindeutig und umfassend formulieren zu können.
Aber durch die Mathematik können wir sie nur beschreiben, nicht entdecken.
 Einstein war sich dieses Problems bewußt, als er vergeblich versucht hatte, mit rein mathematischen Konzepten eine einheitliche Feldtheorie zu entwickeln und schließlich zur Einsicht kam [3], S. 52: „Ich glaube, um wirkliche Fortschritte zu erzielen, muß man immer wieder einem allgemeinen Prinzip der Natur auf die Spur kommen.“
 Die in dieser Broschüre vorgestellte „Kosmische Zeit-Hypothese“ (KZH) stützt sich auf ein solches allgemeines Prinzip, nämlich dem Postulat, daß es eine kosmische (absolute?) Zeit gibt, deren Takt durch die Expansionsgeschwindigkeit des Universums (= Lichtgeschwindigkeit) vorgegeben ist. Sie stellt somit eine logische Fortführung des Weges dar, den Einstein mit der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie eingeschlagen hat aber nicht zu Ende gegangen ist. Auch Paul Davies vertritt eine ähnliche Meinung [7], S. 34: „Die von Einstein eingeleitete Revolution bleibt unvollendet. Wir warten immer noch auf ein vollständiges Verständnis des Wesens der Zeit.“
          Die KZH könnte uns dem Ziel, die Zeit - und damit auch andere Vorgänge im Universum - besser zu verstehen, wieder ein Stück näher bringen.
Einsteins Empfehlung beherzigend: „Man soll die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher machen“, wird die KZH auf der Grundlage einiger weniger, heute allgemein akzeptierter Axiome entwickelt.
 
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