43

 
 

Anhang II

 Einstein hat, nachdem die Expansion des Universums nachgewiesen war, mit dem ihm damals zur Verfügung stehenden Wert der Hubble-Konstante von  432 km /s Mps für die Hubble-Expansion h den Zahlenwert h = 4,71 . 10 -28 cm -1 berechnet
[16], S.117. Für ein flaches Universum ergibt sich daraus ein Alter (Bild 16, siehe auch [16], S. 119)

Dieses geringe Weltalter bereitete Einstein zwar Unbehagen, da es sich mit anderen Theorien, z.B. dem Alter der Erdkruste, wie es sich aus Messung der Radioaktivität ergibt, oder auch der Theorie von der Evolutionszeit der Sterne nicht in Einklang bringen ließ. Trotzdem war sein Vertrauen in die Richtigkeit der Feldgleichungen so groß, dass er eher die anderen Theorien in Frage stellte [15], S. 127/128: „Die Astronomen sind geneigt, die Sterne verschiedener Spektraltypen als Altersstufen eines einheitlichen Entwicklungs-Prozesses aufzufassen, welcher Prozess viel längere Zeiten als 10 9 Jahre benötigen würde. Eine solche Theorie steht also tatsächlich im Widerspruch mit den dargelegten Folgen der relativistischen Gleichungen. Es scheint mir aber, dass diese Evolutionstheorie“ der Sterne auf  schwächeren Grundlagen ruht als die Feldgleichungen.“
Heute wissen wir, dass weder die Theorien der Sternentstehung, noch die Feldgleichungen der ART falsch sind, sondern die Hubble-Konstante tatsächlich viel kleiner ist, als zu Einsteins Zeiten bekannt war. Messungen, die das Hubble-Weltraumteleskop kürzlich lieferte [16], ergeben einen Zahlenwert, der nur etwa ein Zehntel dessen beträgt, den Einstein in seine Rechnungen einsetzte. Die Welt ist also nicht 1,5 · 10 9, sondern 1,5 · 10 10 Jahre alt!
Widersprüche, in die sich Einstein verstrickt sah, lösen sich damit auf ganz natürliche Weise zugunsten der ART.
Dieses Beispiel zeigt übrigens, dass man Beobachtungsdaten nicht voreilig als unumstößliche Fakten akzeptieren und dadurch möglicherweise eine fundamentale Theorie in Frage stellen sollte.

Bild 16: Hubble-Zeit tH1 und Weltalter t1 für ein flaches Universum
 
43