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1. Einleitung

Die sinnlich wahrnehmbare und die begrifflich vorstellbare Welt müssen wir in Einklang bringen
Immer dann, wenn sich  Beobachtungsdaten häufen, die nicht mehr in die für ihre Erklärung  zuständige Theorie passen, spaltet sich eine wissenschaftliche Disziplin in verschiedene Parteien. In dieser Situation befindet sich derzeit die Kosmologie.
Das konservative Lager hält an der Urknalltheorie, dem Standardmodell der Kosmologie fest und versucht neue experimentelle Befunde durch modifizierte oder ergänzende Theorien darin einzuordnen. Die Gruppe der „Fortschrittlichen“, die seit einigen Jahren stetig wächst, hegt Zweifel an der Richtigkeit der Urknalltheorie. Manche glauben sogar, sie sei aufgrund der vorliegenden Beobachtungsdaten überhaupt zum Scheitern verurteilt.
So weisen z. B. Halton Arp [4] und Hans Jörg Fahr [5] darauf hin, dass keine entfernungsabhängige Altersstruktur der Galaxien existiert, wie sie die Urknalltheorie fordert, sondern Galaxien und Sterne sich immer und überall im Kosmos neu bilden. Sogar in unserer kosmischen Nachbarschaft glaubt man, eine junge Protogalaxie gefunden zu haben, die noch nicht einmal begonnen hat, massive Sterne zu bilden [5]. Der konventionellen Theorie zufolge müsste es im Weltraum also noch große Mengen von diffus verteiltem Wasserstoffgas geben. [4], S. 120: „Aber Objekte, die hauptsächlich aus unkondensiertem Wasserstoff bestehen, werden einfach nicht gefunden“. Halton Arp glaubt deshalb, dass der Urknall keine haltbare Theorie mehr darstellt und ersetzt werden muss durch die fortgesetzte Erschaffung (continuous creation) von Materie.
Kommt der Urknall also doch zu Fall, wie H. J. Fahr [5] prophezeite? Diese Frage ist m. E. noch längst nicht klar entschieden, denn gerade in neuerer Zeit wurde die Urknalltheorie durch Messungen wieder eindrucksvoll bestätigt.
 So konnten das Hubble Weltraumteleskop und das 10-Meter-Keck-Teleskop auf Hawaii wichtige Informationen über die Beschaffenheit des intergalaktischen Mediums und die kosmische Hintergrundstrahlung in großen Entfernungen gewinnen, die mit Vorhersagen der Urknalltheorie übereinstimmen [6]. Erstens wurde nachgewiesen, dass es zwischen den Galaxienhaufen ein weitgehend ionisiertes Plasma aus Helium gibt, was die Aussage der Urknalltheorie, dass Helium schon im sehr frühen Universum existiert hat, stützt. Zweitens wurde gemessen, daß die Temperatur der kosmischen Hintergrundstrahlung mit der Entfernung, d.h. mit wachsender Rotverschiebung zunimmt, was mit der Urknalltheorie ebenfalls im Einklang steht.
 Die Frage wäre also zu stellen, ob die Urknalltheorie so modifizierbar ist, dass sie alle Beobachtungsdaten zufriedenstellend erklären kann. Vielleicht brauchen wir lediglich einen neuen Bezugspunkt, von dem aus betrachtet die Welt uns so erscheint, dass sich die Hauptprobleme der Urknalltheorie (Problem des Horizontes, Problem der Galaxienbildung und Problem der Flachheit) ganz von selbst auflösen? Ähnlich wie ihn Kopernikus einnahm als er die komplizierte, geozentrische (ptolemäische) Weltsicht „nur“ durch Veränderung des Beobachtungsortes vom geozentrischen zum heliozentrischen Punkt ad absurdum führte und damit ein viel einfacheres, ästhetisch befriedigendes und „realistischeres“ Bild von der Welt gewann.
 
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