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Auch der Schlüssel zur Relativitätstheorie war die radikale Abkehr von einer etablierten Vorstellung und Sichtweise. „Nur“ weil Einstein die absolute Newtonsche Zeit in Frage stellte und statt dessen postulierte, dass die Lichtgeschwindigkeit eine universelle Naturkonstante sei, der sich auch der Zeitfluss unterordnen muss, hat er die aus damaliger Sicht existierende Diskrepanz zwischen Logik und Beobachtung überwunden und damit wiederum eine umfassendere, realistischere Weltsicht gewonnen.  Müssen wir unsere Vorstellung von der Zeit abermals revidieren, indem wir sie mit kosmischen Vorgängen, die wir beobachten können, verknüpfen? In seinem Buch „Die Unsterblichkeit der Zeit“ bemerkt Paul Davies hierzu [7], S. 11:
 „Die herkömmliche Darstellung der Zeit überlässt uns hilflos einem Chaos aus Rätseln und Widersprüchen. Nach meinem Dafürhalten eignet sich die Einsteinsche Zeit nicht, das Universum und unsere Vorstellung von ihm restlos zu erklären.“ und weiter [7], S. 18: „Könnte es sein, dass Einsteins Zeit und die kosmische Zeit nicht identisch sind?
Ist Einsteins flexible Zeit einfach nicht so flexibel, dass sie bis zur Schöpfung zurückreicht?“

2.  Aktuelle Probleme der Kosmologie und Elementarteilchenphysik

Albert Einstein wagte als erster den Versuch, eine Feldtheorie zu formulieren, die alle Phänomene unserer physikalischen Wirklichkeit in einem übergreifenden theoretischen Gebäude zusammenfassen sollte. Heute weiß man [3], S.53:
„ ... er wandte die falsche Taktik an, als er versuchte, die Gravitation mit der elektromagnetischen Kraft (Licht) statt mit der Kernkraft zu verbinden.“
Inzwischen wurden große Anstrengungen unternommen, eine allumfassende Theorie (TOE) mit Hilfe von speziell dafür entwickelten mathematischen Formalismen zu finden. So glauben viele Physiker, dass sie mit der neuen, ziemlich abstrakten „Superstring-Theorie“ [3], S.13: „ ... vielleicht doch einer einheitlichen Feldtheorie auf der Spur sind: einer umfassenden mathematischen Beschreibung einer Vereinheitlichung aller bekannten Kräfte des Universums.“
Ob eine solche Theorie – falls sie erfolgreich sein sollte – dann wirklich alle offenen Fragen der Kosmologie und Elementarteilchenphysik beantworten kann, ist allerdings zu bezweifeln.

2.1    Schwächen der Urknalltheorie

Die Urknalltheorie wird einerseits durch Beobachtungen (kosmische Hintergrundstrahlung, Hubblesche Rotverschiebung, Häufigkeit der chemischen Elemente im Universum) immer noch überzeugend gestützt, andererseits kann sie einige grundlegende Eigenschaften des Universums nicht erklären:
- Warum war das frühe Universum in so hohem Maße isotrop? (Problem des Horizontes)
- Wie konnten sich aus dem einst hochgradig isotropen Zustand des Universums Galaxien bilden?
(Problem der Galaxienbildung)
- Warum ist die Energiedichte im Universum gerade so groß, daß sie einen flachen (euklidischen) Raum aufspannt?
(Problem der Flachheit)
- Warum beobachten wir Sterne, die älter zu sein scheinen als das Universum? (Problem des Weltalters)
 
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