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2.3  Das Rätsel der kosmologischen Konstante

Wenige Begriffe in der theoretischen Physik waren bislang so umstritten wie die im Jahre 1917 von Albert Einstein eingeführte und später von ihm wieder verworfene kosmologische Konstante L. Als diese dann mittels der Quantenfeldtheorie mit der sogenannten Vakuumenergie in Verbindung gebracht wurde, lebte die Diskussion über ihre physikalische Bedeutung mit verstärkter Vehemenz wieder auf. Bis heute jedoch gibt es für die kosmologische Konstante weder eine zufriedenstellende Begriffsdefinition, noch eine eindeutige Festlegung ihres numerischen Wertes.
Die Kosmologen fordern einen von Null abweichenden L-Wert hauptsächlich deshalb, weil sie glauben, damit die Probleme der „flachen“ Raumzeit sowie des Weltalters lösen zu können.
Man hat versucht, mit Hilfe der Quantenfeldtheorie einen Zahlenwert für die Energiedichte des Vakuums und damit für die kosmologische Konstante zu berechnen. Dieser weicht jedoch extrem (um den Faktor 10120!) von der aufgrund astronomischer Beobachtungen zulässigen Vakuumenergiedichte ab. Es wird vermutet, dass sich hinter dieser Unstimmigkeit ein viel grundlegenderes Problem verbirgt. Und deshalb hat auch das Rätsel der kosmologischen Konstante in der theoretischen Physik einen so hohen Stellenwert [7], S. 186: „bei den Physikern steht das <<Problem der kosmologischen Konstante>> ganz oben auf der Liste der noch nicht gelüfteten wissenschaftlichen Geheimnisse.“

2.4     Vereinheitlichung der Naturkräfte

Ein mathematisches Modell für die Vereinheitlichung aller bekannten Naturkräfte (elektromagnetische, schwache, starke und gravitative Wechselwirkung) hofft man - wie bereits erwähnt - mittels der Superstring-Theorie zu finden. [3], S.220:
„Die Superstring-Theorie führt uns zurück zum Ursprung der Zeit, als alle kosmischen Kräfte vollständig symmetrisch waren und eine primäre Superkraft darstellten.“
Zur Planck-Zeit, als das Universum etwa 10 -43  Sekunden alt war, fand - der Supersymmetrie-Theorie zufolge – die erste Symmetriebrechung statt, wobei sich die Gravitation als erste Kraft von den übrigen Naturkräften trennte. Durch spätere Symmetriebrechungen verselbständigten sich dann auch die anderen Naturkräfte (siehe Bild 1 auf S. 10).
1968 gelang den Theoretikern Weinberg, Salom und Glashow auf der Grundlage einer Eichsymmetrie – der Yang-Mills-Theorie – die Vereinheitlichung der elektromagnetischen mit der schwachen Kraft zur elektroschwachen Kraft. Seither konnten keine größeren Fortschritte mehr erzielt werden. Neuen Auftrieb erhielt die Vereinheitlichung aller Naturkräfte dann erst wieder 1984 durch ein von Green und Schwarz vorgestelltes Superstring-Modell, das genügend Symmetrie aufweist, um gewisse Anomalien früherer String-Theorien auszuschließen. Aber auch damit konnte der Durchbruch nicht erreicht werden.
[11], S. 225: „Man weiß jetzt, dass es Tausende von Stringtheorien gibt, die mathematisch ebenso konsistent sind wie die beiden Green-Schwarz-Theorien.“
Welche Stringtheorie und ob überhaupt eine davon als Modell für die Beschreibung der realen Welt tauglich ist, wissen wir bis heute nicht. So zählt die Vereinheitlichung aller Naturkräfte weiterhin zu den großen ungelösten Rätseln in der theoretischen Physik.
 
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