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4.6 Energiedichte
des Vakuums und kosmologische Konstante
Einstein eliminierte einst den Raumäther,
um die Relativitätstheorie widerspruchsfrei formulieren zu können.
Seine radikale Forderung war, dass Lichtwellen zur Fortpflanzung kein Medium
(Äther) benötigen, sondern sich (auch) im absolut leeren Raum
ausbreiten können. Diese Sicht ist heute nicht mehr haltbar, weil
uns die Quantenfeldtheorie lehrt, dass auch das absolute Vakuum noch Energie
enthält [28], S. 319: "Dies hängt damit zusammen, dass die
sogenannten Nullpunktfluktuationen eines Quantenfeldes niemals unterbunden
werden können.... Ein solches Quantenfeld hat außerdem die interessante
Eigenschaft, dass es Lorentz- invariant ist, also sich sein Spektralcharakter
von allen Inertrialsystemen aus gleich ansieht.... Einsteins speziell-
relativistisches Äquivalenzprinzip scheint demnach einem solchen Vakuum
gegenüber erfüllt zu sein."
Höchst befremdlich ist nun,
dass zwischen der aus der Quantenfeldtheorie ableitbaren und der aufgrund
von Beobachtungen zulässigen Vakuumenergiedichte die riesige Diskrepanz
von 120 Größenordnungen (10 120 ) klafft, die von
manchen Wissenschaftlern als ein grundlegendes physikalisches Problem angesehen
wird. Die folgenden Zitate sollen dieses noch unterstreichen. [29], S 49:
"Die
Tatsache, dass wir unsere Umwelt bis zu den weit entfernten Galaxien überhaupt
wahrnehmen können, setzt also der kosmologischen Konstante und damit
der Vakuumenergie eine obere Grenze: nämlich120 Größenordnungen
kleiner als nach der genannten theoretischen Abschätzung. Diese Diskrepanz
zwischen der Quantenfeldtheorie des Vakuums und der Kosmologie stellt eines
der großen unglösten Probleme der modernen Physik dar." [29],
S. 52: "Ein noch unbekanntes Naturgesetz mit einer unglaublichen Feinabstimmung
muss dafür sorgen, dass sich die Energie des Vakuums um 120 Zehnerpotenzen
sich gegenüber den bisherigen Berechnungen verringert - eine Präzision,
wie sie keine andere physikalische Theorie kennt." [28], S. 320: "Es
bleibt jedoch die drängende Frage nach dem Absolutwert dieser Energiedichte
sowie derjenigen der anderen Quantenfelder und die Frage nach der Variabilität
dieser Energiedichten bei zeitlich veränderlicher Metrik des Universums.
Nach wie vor gibt es auf diese Fragen nicht einmal die Andeutung einer
Antwort." [30], S. 98: "Wenn wir die Möglichkeit verwerfen,
dass der Wert der kosmologischen Konstante nur zufällig verschwindend
klein sei, so müssen wir tiefgreifende Folgen für die Physik
akzeptieren."
Um überhaupt Ansatzpunkte für
die Lösung dieses Problems zu finden, muss man sich zunächst
Klarheit darüber verschaffen, wie die Vakuumenergiedichte aus der
Quantenfeldtheorie berechnet wird. [31], S. 128:
"In den vorhandenen Quantenfeldtheorien
divergiert die Vakuumenergiedichte in der Regel (Ultraviolettdivergenz),
d. h. das Integral über
alle Wellenzahlen k divergiert. Man schneidet daher den k- Raum ab bei
einer Energieskala
Ex @
10 19 GeV, also bei der Planck- Skala (tPL»
10 -43 s). Damit folgt: rvac»
10 92 gcm -3 . Andererseits ergibt sich aus
den Beobachtungen, dass rvac
< » rkrit
= 2 . 10 -29 gcm -3
. Damit ergibt sich eine Diskrepanz von 120 Größenordnungen.Nach
der KZH sind weder die Vakuumenergiedichte noch die kosmologische Konstante
wirklich konstant, sondern zeitabhängige Größen [9], siehe
auch Bild 3: (eV
~ t -2 , L
~ t -4/3 ).
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