Interessant ist, dass Henning Genz sogar
die gleiche Lösung wie (6) in Erwägung zieht, indem er die Frage
stellt (allerdings ohne eine fundierte Begründung dafür anzugeben)
[11], S. 229:
"Warum dann nicht den ganzen
Weg gehen und den Radius des Universums als Zeitparameter wählen?"
Das durch diese Zitate ausgedrückte
Unbehagen gegenüber der abstrakten Newtonschen Zeit beruht offensichtlich
darauf, dass sich diese jedem Versuch entzieht, als empirisch verifizierbarer
Begriff interpretiert zu werden.
Das Beeindruckendste an der KZH
ist, dass sie eine Zeitmetrik fordert, die an kosmische Vorgänge geknüpft
ist, die wir beobachten können, und dass sie sich streng logisch aus
der ART ableiten lässt [9].
Der auf die kosmische Zeit- Skala
projizierte Urknall löst sich auf in einen zeitlich nicht fokussierbaren
Prozess, d. h. er weicht zurück in unendlich ferne Vergangenheit.
Ein Ergebnis übrigens, das der Forderung nach einer Modifizierung
der Urknalltheorie, die in den letzten Jahren immer wieder erhoben wurde,
Nachdruck verleiht [17], S. 25:
"Einsteins Relativitätstheorie,
1915 formuliert, lieferte in den zwanziger Jahren die bis dahin einleuchtendste
Erklärung für den Beginn unseres Universums. Einstein zufolge
wurde das Universum vor ungefähr 10 bis 20 Milliarden Jahren in einer
gigantischen Explosion, dem Urknall, geboren. Doch Einsteins Theorie hat
viele Lücken: Warum explodierte das Universum ? Was geschah vor dem
Urknall? Theologen ebenso wie Wissenschaftler sind mittlerweile von der
Unvollständigkeit der Urknalltheorie überzeugt, da sie weder
das Entstehen des Urknalls noch den Urknall selbst erklären kann."
Die KZH klärt das Problem
auf einfache Weise: Es gab keinen Urknall!
Er existiert nur in unserer Vorstellung,
weil wir die Zeit als zu starr betrachten. Durch die "Jetztzeit- Brille"
gesehen, tickt eine Uhr umso schneller, je weiter sie sich in die Vergangenheit
zurückbewegt. Gemessen an ihrem Zeittakt wird der Urknall erst nach
unendlich langer Zeit erreicht.
St. Hawking hat eine ähnliche
Sichtweise [42], S. 17:
"Nach der starken Version der
Hypothese von der kosmischen Zensur liegen bei einer realistischen Lösung
die Singularitäten stets gänzlich in der Zukunft (Singularitäten
des Gravitationskollapses) oder gänzlich in der Vergangenheit ( wie
der Urknall)."
Noch deutlicher sagt es J. Barrow
[16], S. 362/363:
"Nehmen wir an, wir müssten
rückwärts zum Urknall hin durch eine Zeitumkehrung der Expansion
des Weltalls reisen.... Wenn wir zur Anfangssingularität zurückkehren,
werden Krümmung und Dichte vermutlich unendlich groß; Unsere
Krümmungsuhr misst dann wohl in einem endlichen Zeitintervall der
üblichen Eigenzeit ein entsprechendes unendliches Intervall der Krümmungszeit."
Alle Prozesse in der Nähe des
Urknalls müssten nach der KZH - aus "Heute- Sicht- extrem schnell
abgelaufen sein, was die Theorien vom frühen Universum bestätigen.
Für jemand, der sich in die
Vergangenheit zurückbewegen könnte, würde der Teittakt Dt
einer mitgeführten Uhr für ihn selbst allerdings konstant bleiben,
weil alle physikalisch/ chemischen Prozesse in der Vergangenheit - aus
"Heute- Sicht" betrachtet- schneller abliefen.
Ebenso wäre die Lichtgeschwindigkeit
für ihn eine konstante, zeitunabhängige Größe.
Bild 4 soll dieses verdeutlichen.