Die KZH zeigt deutlich, dass auch
Physik und Kosmologie keine „objektiven“ Wissenschaften sind, sondern auf
ein subjektives, axiomatisches Wertesystem aufbauen, so wie es bei jedem
philosophischen oder theologischen Gedankengebäude unumgänglich
ist.
Die Naturwissenschaften haben aber
einen entscheidenden Vorteil: Ihre Aussagen sind verifizierbar, d. h. durch
sinnliche Wahrnehmung kontrollierbar. Nun hat aber schon Immanuel Kant
klar zum Ausdruck gebracht, dass weder die sinnliche Wahrnehmung noch die
begriffliche Vorstellung, die wir von den Dingen haben, identisch sind
mit der Wirklichkeit.
Um „Naturgesetze“ überhaupt
formulieren zu können, müssen wir uns zuvor entscheiden, welchen
subjektiven Standpunkt wir als Ausgangsbasis wählen. Das bedeutet:
Wir können lediglich Modelle von der Wirklichkeit entwerfen, nicht
aber die Wirklichkeit „an sich“ beschreiben.
Newton z. B. definierte eine absolute
(abstrakte) Zeit und den absoluten (abstrakten) Raum als axiomatische Voraussetzungen
für seine Theorien und war damit sehr erfolgreich. Erst über
200 Jahre später konnte Einstein nachweisen, dass mit der Newtonschen
Mechanik einige subtilere Bereiche der Physik nicht mehr beschrieben bzw.
erklärt werden konnten, und er entwickelte, ausgehend von dem Axiom
der universellen Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, die Relativitätstheorie.
Damit verschmolz er die zuvor voneinander unabhängigen Begriffe Raum,
Zeit und Materie miteinander und revolutionierte so unsere begriffliche
Vorstellung von den Naturphänomenen.
Die KZH geht noch einen Schritt
weiter, indem sie einige Schwächen der Relativitätstheorie eliminiert,
die diese offensichtlich hat, wenn es um Vorgänge in kosmischen Dimensionen
oder gar um Ereignisse in der Nähe des Urknalls geht.
Nach der KZH stellt das Universum
ein vernetztes, sich selbst regulierendes System dar, welches sich im Zustand
des dynamischen Gleichgewichts befindet. Zeit, Raum, Materie und
die sie verbindenden Naturkräfte sind aufs Engste so miteinander verflochten,
dass die kosmische Evolution erstaunlich stabil bleibt. Die KZH bestätigt
die auch in vielen anderen Zweigen der Wissenschaft gewonnene Einsicht,
dass ganzheitliche Systeme eine völlig andere Qualität aufweisen
können, als sie aus der Summe aller Qualitäten der Einzelteile,
aus dem sie bestehen, zu erwarten wäre. Hinter dieser „ganzheitlichen“
Qualität verbirgt sich eine rational nicht vollständig
erfassbare Seite unserer Wirklichkeit, die auf geheimnisvolle Weise kreativ
im Kosmos wirksam ist.
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