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5. Erkenntnistheoretische Aspekte der KZH

Die KZH zeigt deutlich, dass auch Physik und Kosmologie keine „objektiven“ Wissenschaften sind, sondern auf ein subjektives, axiomatisches Wertesystem aufbauen, so wie es bei jedem philosophischen oder theologischen Gedankengebäude unumgänglich ist.
Die Naturwissenschaften haben aber einen entscheidenden Vorteil: Ihre Aussagen sind verifizierbar, d. h. durch sinnliche Wahrnehmung kontrollierbar. Nun hat aber schon Immanuel Kant klar zum Ausdruck gebracht, dass weder die sinnliche Wahrnehmung noch die begriffliche Vorstellung, die wir von den Dingen haben, identisch sind mit der Wirklichkeit.
Um „Naturgesetze“ überhaupt formulieren zu können, müssen wir uns zuvor entscheiden, welchen subjektiven Standpunkt wir als Ausgangsbasis wählen. Das bedeutet: Wir können lediglich Modelle von der Wirklichkeit entwerfen, nicht aber die Wirklichkeit „an sich“ beschreiben.
Newton z. B. definierte eine absolute (abstrakte) Zeit und den absoluten (abstrakten) Raum als axiomatische Voraussetzungen für seine Theorien und war damit sehr erfolgreich. Erst über 200 Jahre später konnte Einstein nachweisen, dass mit der Newtonschen Mechanik einige subtilere Bereiche der Physik nicht mehr beschrieben bzw. erklärt werden konnten, und er entwickelte, ausgehend von dem Axiom der universellen Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, die Relativitätstheorie. Damit verschmolz er die zuvor voneinander unabhängigen Begriffe Raum, Zeit und Materie miteinander und revolutionierte so unsere begriffliche Vorstellung von den Naturphänomenen.
Die KZH geht noch einen Schritt weiter, indem sie einige Schwächen der Relativitätstheorie eliminiert, die diese offensichtlich hat, wenn es um Vorgänge in kosmischen Dimensionen oder gar um Ereignisse in der Nähe des Urknalls geht.
Nach der KZH stellt das Universum ein vernetztes, sich selbst regulierendes System dar, welches sich im Zustand des dynamischen Gleichgewichts befindet. Zeit, Raum, Materie  und die sie verbindenden Naturkräfte sind aufs Engste so miteinander verflochten, dass die kosmische Evolution erstaunlich stabil bleibt. Die KZH bestätigt die auch in vielen anderen Zweigen der Wissenschaft gewonnene Einsicht, dass ganzheitliche Systeme eine völlig andere Qualität aufweisen können, als sie aus der Summe aller Qualitäten der Einzelteile, aus dem sie bestehen, zu erwarten wäre. Hinter dieser „ganzheitlichen“ Qualität verbirgt sich eine  rational nicht vollständig erfassbare Seite unserer Wirklichkeit, die auf geheimnisvolle Weise kreativ im Kosmos wirksam ist.
 
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